Mit Wolters stirbt ein Stück Braunschweig
Das endgültige Aus für die Brauerei Wolters ist für uns eine zutiefst bedauerliche Nachricht. Nach 399 Jahren wird die traditionsreiche Brauerei an der Wolfenbütteler Straße geschlossen. Nachdem sich kein Investor für die Braustätte gefunden hat, wurde den fast 100 Beschäftigten am Montag die Kündigung ausgesprochen. Damit endet eine lange Geschichte, die untrennbar mit Braunschweig verbunden ist.
„Unser erster Gedanke gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Familien. Für sie ist das ein schwarzer Tag“, erklärt unser Fraktionsvorsitzender Thorsten Köster. „Viele Menschen haben über Jahre und Jahrzehnte bei Wolters gearbeitet und ihren Teil dazu beigetragen, dass diese Brauerei weit über Braunschweig hinaus bekannt geworden ist. Dass diese Arbeitsplätze nun verloren gehen, tut uns außerordentlich leid.“
Wir hatten uns bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der wirtschaftlichen Schwierigkeiten für den Erhalt des Unternehmens eingesetzt. Köster forderte damals unter anderem einen „Runden Tisch Wolters“ und ein tragfähiges Zukunftskonzept für die Brauerei. Dabei sollten Geschäftsführung, Betriebsrat, Gastronomie, Volksbank und Politik gemeinsam nach Möglichkeiten für eine Zukunft des Unternehmens suchen.
In der Ratssitzung am 30. Juni setzten wir schließlich die Einrichtung eines solchen „Runden Tisches Wolters“ durch. Ziel war es, gemeinsam mit den Beteiligten Perspektiven für das Unternehmen auszuloten und mögliche Unterstützungsmöglichkeiten zu prüfen.
„Wir haben leidenschaftlich für Wolters gekämpft und uns von Anfang an dafür eingesetzt, alle Möglichkeiten für den Erhalt der Brauerei auszuloten“, so Köster. „Wir hätten uns deshalb auch eine städtische Unterstützung vorstellen können, wenn es ein tragfähiges Zukunftskonzept gegeben hätte. Umso mehr schmerzt es uns, dass nun kein Investor gefunden werden konnte und die Braustätte vor dem endgültigen Aus steht.“
Auch wenn es nach wie vor Gespräche über einen möglichen Erhalt der Marke Wolters gibt, ist die Schließung des Produktionsstandortes für uns ein tiefer Einschnitt. Wolters ist weit mehr als ein beliebiges Unternehmen. Die Brauerei gehört seit Generationen zur Identität der Stadt und ist ein wichtiger Teil der Braunschweiger Wirtschaftsgeschichte.
„Wolters gehört zu Braunschweig wie der Löwe zum Burgplatz. Das ist kein nostalgischer Satz, sondern beschreibt, welchen Stellenwert diese Brauerei für unsere Stadt hat“, betont Köster. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Geschichte an der Wolfenbütteler Straße weitergeschrieben werden kann. Dass dies nun nicht gelingt, ist für die Beschäftigten, ihre Familien und für ganz Braunschweig eine traurige Nachricht.“
Wir werden deshalb auch die weiteren Entwicklungen rund um die Marke Wolters aufmerksam verfolgen. Entscheidend sei jetzt zunächst, den betroffenen Beschäftigten und ihren Familien in dieser schwierigen Situation Unterstützung, Solidarität und schnellstmöglich eine Perspektive zu bieten.